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Um die Frage zu beantworten, warum aus der Werkmaurerei der mittelalterlichen freien Steinmetze und Maurer schließlich in Gänze eine symbolische Freimaurerei wurde, wie sie uns heute als humanistische Gesellschaft begegnet, müssen wir uns geschichtlich in die Zeit der Renaissance zurück versetzen. Diese Epoche, die Reformation und die Philosophie der Aufklärung lassen die Freimaurerei im heutigen Sinn entstehen.


Nach der Einnahme von Byzanz durch die Türken 1453 transportierten die Flüchtlinge über einen sehr langen Zeitraum neues Wissen nach Westen. Dieses waren Eindrücke aus der arabisch-islamischen Welt und besonders der antiken Philosophie der Griechen. Das seit dem Zerfall Westroms 1.000 Jahre in Byzanz konservierte Wissen der griechischen Antike kam u.a. über Venedig  nach Europa. Der in der Renaissance aufblühende Neu-Platonismus hat hier seinen Ursprung.


Platons Werke wurden neu interpretiert und das, was vor der Renaissance gefährlich war, wurde nun zumindest in kleinen Zirkeln gepflegt: das Philosophieren über Gott, den Staat, und den Menschen als solches.

In Platons Werk „Timaios“ wurde ein Gottesbild in Form eines Baumeisters der Welt beschrieben, welches ein gelungenes Symbol für alle Menschen zu sein schien, die an ein tieferes kreatives Prinzip glaubten, das von reiner Vernunft geprägt ist.


Die Mathematik, die Lehre von Pythagoras, die Hermetik, und schließlich die Geometrie als Krönung der Mathematik begeisterte die europäische Intelligenz. Die Geometrie ging als Wissenschaft der Baumeister in die Freimaurerei ein, welche fortan von einem symbolischen „Tempel der Humanität“ sprach.

Platon lässt im „Timaios“  dabei kein dogmatisches Gottesbild aufkommen und relativiert die Möglichkeit der Menschen, Gott als solchen erfassen zu können:


 „Den Schöpfer und Vater dieses Alls ausfindig zu machen ist eine schwierige Aufgabe, und ihn allen darzustellen, wenn man ihn gefunden hat, ist unmöglich.

 

 Platon: TIMAIOΣ (28c)